Dark Planet Blu-Ray Review

by • 22. März 2013 • Cineast, Filme, Review, SehenswertComments (1)2846

Wir schreiben das Jahr 2157. Kriege, Terrorismus und auch der Welthunger sind vergessen worden, denn nach einem medizinischen Durchbruch gelingt es dem menschlichen Körper bisher ungenutzte Ressourcen zu nutzen und von Krankheiten jeglicher Art erlöst zu werden. Weit entfernte Planeten wurden von ihnen besiedelt, doch die Menschen sind trotz ihres Mutes und ihrer Tapferkeit naiv geworden – und da kommt Maksim ins Spiel.

Dark Planet ist ein großes Sci-Fi-Epos, das aus den beiden Teilen The Inhabited Island und Rebellion besteht. Diese beiden einzelnen Teile schaffen es auf 230 Minuten Filmlänge, während die Kinofassung Dark Planet – Prisoners of Power gerade mal 120 Minuten abzwackt. Ich empfehle euch die 3-Disc-Special-Edition, die ich hier liegen habe. Sie macht nicht nur im Regal was her, sondern enthält natürlich auch alle Fassungen die es gibt. Es macht gar keinen Sinn, Prisoners of Power anzusehen – es geht viel zu viel von der Story verloren! Schaut euch wie gesagt lieber die beiden Teile The Inhabited Island und Rebellion an!

Die Filme basieren auf Romanvorlagen von den Brüdern Arkadi und Boris Strugazki aus dem Jahr 1967:

  1. Die bewohnte Insel
  2. Ein Käfer im Ameisenhaufen
  3. Die Wellen ersticken den Wind

Die Bücher sind bei Suhrkamp erhältlich.

Trailer von Dark Planet

Ich verlinke ihn zwar, empfehle euch aber den Trailer NICHT bis zum Schluss anzusehen, er verrät einfach viel zu viel – leider!

Synopsis

In dem 38 Millionen teuren russischen Film landet Maksim (Großartig und frisch: Wassili Stepanow), der Erdbewohner, nach einer Bruchlandung „dank“ eines Meteoritenschauers auf einem fremden Planeten namens Saraksh. Sein Raumschiff explodiert, was ihn aber nicht verzweifeln lässt – er erkundet wie ein richtiger Forscher erst die Umgebung. Und hier wird schon klar, wie fortgeschritten die Menschheit mittlerweile ist: Maksim schiebt sich eine Kapsel ins Ohr, damit er die Bewohner des Planeten Saraksh verstehen und auch ihre Sprache sprechen kann. Prompt wird er gefangen genommen und von fremden Forschern untersucht, was seinem Lächeln im Gesicht keinen Abbruch tut – in den ersten Kapiteln des Films scheint er geradezu mit allem einverstanden zu sein. Jedenfalls wehrt er sich nicht gegen sehr abstruse Untersuchungen oder seinen Abtransport durch den Gardisten Guy (Pjotr Fjodorow).

Nach und nach erfährt Maksim, der von den Bewohnern nur Mak genannt wird, dass sie daran glauben, im Inneren des Planeten zu leben. Ob das wirklich stimmt und wer die Ausgearteten sind, möchte ich an dieser Stelle nur ungern verraten. Das würde dann doch den Filmspaß zerstören.

Nicht durchdachte Kritiken?

Was ich aber sagen kann ist folgendes: Für diesen Film müsst ihr nicht nur Verständnis und Geduld aufbringen, sondern auch ein wenig mitdenken. Viele der Kritiken kann ich nicht nachvollziehen, besonders in Bezug auf Dauergrinser Maksim. Man muss immer im Hinterkopf behalten, dass die Erdenbewohner im Jahre 2157 zwar wahre Kampfmaschinen sind, aber auch naiv. Über die Jahre hinweg gab es keine Kriege mehr und alles läuft friedlich ab. In meinen Augen ist dann sein Grinsen in den ersten Abschnitten der Geschichte vollkommen nachvollziehbar – für ihn ist alles neu, alles anders, er ist neugierig und gibt allem eine Chance. Dass die Saraksh-Bewohner das irgendwann ausnutzen ist wohl vorprogrammiert. Selbst in der Romanvorlage wird Maksim als hochmütiger Schönling beschrieben, was für mich dann dementsprechend ins Bild passt, aber auch ohne Buch passt sein Verhalten in meinen Augen einfach zur Story. Wen das schon im Trailer stört, sollte nicht zum Film greifen.

Auch der Begriff Massaraksh fällt das ein oder andere Mal, wobei der Begriff im Film nicht erklärt wird. Durch Mimik und Gestik der Schauspieler kann man sich aber schon denken, dass es nichts gutes bedeuten kann. Das Wort ist eine Erfindung der beiden Autoren und bedeutet so viel wie The World is inside out! (Quelle: Wikipedia).

Wer Science Fiction mag, offen für neues ist und sich einfach entspannt zurücklehnen kann, dem empfehle ich Dark Planet sehr. Der Film hat definitiv eine Chance verdient, wenn man mehr darin sieht als nur ein XYZ-Film – er leistet jedenfalls mehr als so manche 0815-Hollywood-Produktion!

Bildqualität und Ton

Die Dark Planet 3-Disc-Special-Edition kommt mit DTS-HD Master Audio 7.1 auf Deutsch daher – und der Ton kann sich hören lassen! Wo andere Filme nur 5.1 haben, bietet die Blu-Ray hier wirklich als russische Produktion mehr (lustigerweise liegt der russische Ton nur bei 5.1 ). Klare Dialoge und gut gemachte Soundeffekte runden das tolle Bild ab, man fühlt sich in einigen Szenen sogar wie ein Komparse, der zufällig mit auf Saraksh gelandet ist. Und das Bild… Es ist sagenhaft! Gut, die ein oder anderen Effekte sind vielleicht ein wenig von gestern. Aber die Schärfe der einzelnen Szenen, die riesigen Landschaften, die man bestaunen darf, das Setting der futuristischen Großstadt… Wenn man sich die Kostüme der fremden Bewohner ansieht und einzelne, kleine Details erkennt, weiß man, was man sich da in den Player gelegt hat! Allein deswegen darf man den Film schon nicht mehr als B-Movie bezeichnen!

Ihr seht, ich hab Gefallen an Dark Planet gefunden und wünsche euch viel Spaß beim erkunden der fremden Welt!

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One Response to Dark Planet Blu-Ray Review

  1. Roger sagt:

    Ich verstehe auch nicht den Trend, solche Filme dermaßen schlecht zu bewerten, dass sogar bei eingeschlagenen Seiten andere Filme die durchaus schlechter sind da sie keine Story haben Dark Planet mit 2 von 10 Punkten bewertet wird.

    Das Buch hab ich nicht gelesen, die Story trotzdem verstanden. Interessant wäre mehr solcher Filme in unseren Regalen zu finden.. Langeweile kam bei mir nicht auf!!

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