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Magic Cardboard – Virtual Reality Brillen im Test

In wenigen Tagen öffnet die Gamescom 2016 ihre Türen für Spieler aus aller Welt. Ein großes Thema der Spielemesse? Virtual Reality Brillen, wie auch die PlayStation VR, die in einigen Monaten erscheint, werden zum Teil noch kritisch beäugt, besonders auch wegen des Preises. Erheblich günstigere Alternativen bietet Magic Cardboard, die mit vielen Apps auf Smartphones kompatibel sind.

Einmal mitten in der Nacht durch New York laufen, sich rundherum drehen und im nächsten Moment Paris erblicken. Und das alles, während man im Bürostuhl sitzt und den kühlen und regnerischen Sommer kurz ausblenden will. Das eigene Smartphone bringt mit Hilfe der Magic Cardboard Brillen weit entfernte Schauplätze in die eigene Wohnung, und wenn man doch lieber mehr in Aktion treten möchte, gibt es in den jeweiligen Stores so einige Abenteuer in Point-and-Click Apps zum Download.

Magic Cardboard VR Brille

Qualität der VR Brillen

Die beiden Modelle, die für den Test vorlagen, sind einmal das Magic Cardboard 2.0, das größtenteils aus Pappe besteht, für knappe 9 Euro, das Smartphones bis zu einer Größe von 6 Zoll aufnehmen kann und das Magic Cardboard X-22, welches für knapp 23 Euro aus Hartplastik angefertigt wurde und Smartphones zwischen 4,7 und 6,5 Zoll bedienen kann.

Magic Cardboard 2.0

Die günstigere Variante wird in einem Pappschuber geliefert, auf dem eine kurze Anleitung abgedruckt ist, wie die Brille in Betrieb genommen werden kann. Die Brille kommt mit einem Band zur Halterung daher sowie mit Schaumstoff-Streifen, mit denen scharfe Kanten abkleben sollte. Nach wenigen Schritten kann die Brille eingesetzt werden. Das Smartphone wird in ein Fach geschoben, das seitlich geöffnet ist.

Dadurch, dass das Fach auf beiden Seiten geöffnet ist, muss man die Brille stets festhalten, da sonst das Smartphone bei seitlichen Bewegungen rausfallen könnte. Sonst wirkt diese sehr stabil und fest, auch, wenn sie aufgrund ihres Materials wahrscheinlich nicht die Langlebigkeit der X-22 haben wird.

Magic Cardboard X-22

Der zweiten Variante liegt neben einem Putztuch und einer schwarzen Blende eine Bedienungsanleitung für die erste Inbetriebnahme bei. Das stabile und leichte Plastikgehäuse ist mit dickem Schaumstoff um die Augenpartie herum ausgestattet, und im Gegensatz zum Magic Cardboard 2.0 können die Linsen verstellt werden.

Positiv anzumerken ist, dass die Brille trotz ihres Preises gut verarbeitet wurde und weder chemische Gerüche absondert, wie viele Gadgets in dieser Preisklasse, noch scharfe oder unsaubere Kanten aufweist.

Handhabung der VR Brillen

Die erste Sorge, die man bei VR Brillen hat, ist folgende: Werde ich als Brillenträgerin meine normale Brille gemeinsam mit der VR Brille nutzen können? Die Frage entfällt bei dem X-22 Modell, da man dort die Schärfe einstellen kann. Probiert habe ich es trotzdem, und trotz meiner großen Brillengläser passte sie wie die Karton-Variante über die gesamte Größe hinweg auf mein Gestell. Mit Hilfe der Kopfbänder können beide Modelle am Kopf befestigt werden. Schöner bei der hochwertigeren Variante ist natürlich die Möglichkeit, das Smartphone starr im Gehäuse befestigen zu können, dafür fehlt dieser Brille an Steuerungsmöglichkeiten von außen. Dies kann bei der ein oder anderen App stören, außer, man nutzt eine externe Steuerung oder nimmt das Smartphone jedes Mal aus der Halterung.

Magic Cardboard VR Brille

Bei der langen Nutzung von VR Apps kann der Akku sich nach und nach leeren. Dank der Aussparungen kann das Smartphone Ladekabel immer angebracht werden. Zudem ist auch genügend Platz vorhanden, falls eine Hülle für das Handy genutzt wird – wie bei meinem iPhone 6 eins der ESR Cases. So könnt ihr dank der Lücken auch für ein intensiveres Erlebnis Kopfhörer anschließen.

VR Brillen mit Apps im Einsatz

Nachdem die Brillen aufgesetzt wurden konnte es schon losgehen. Nach einer verrückten Fahrt mit der Achterbahn (meine letzte Fahrt ist sicher schon 15 Jahre her…) schlenderte ich ein wenig durch Paris und sah mir nicht nur den Eiffelturm, sondern auch zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten an. Die Auflösung schwankt zwischen den Modellen. Während man bei 2.0 Brille das Gefühl hat, durch ein etwas unschärferes Fernrohr zu blicken, war der Ausblick durch die X-22 deutlich angenehmer aufgrund der verstellbaren Linsen.

Magic Cardboard VR Brille

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit dauerte meine Session mit dem Plastikmodell deutlich länger, dank der Polsterung und dem hohen Komfort. Beide Brillen konnten mich in ihren Bann ziehen, trotz meiner anfänglichen Skepsis. Schließlich ist es eine schöne Abwechslung vom Alltag, mal die Füße hochlegen zu können, um einige Meeresbewohner zu beobachten und auch etwas über sie lernen zu können.

Durch die fehlenden Steuerelemente wurde es leider während des Tests zunehmend schwieriger, die Brillen konstant zu nutzen, was dazu führte, dass es bei der ein oder anderen App nötig wurde, das Smartphone aus der Halterung zu nehmen, um es bedienen zu können. Das kann bei Applikationen wie der Google Cardboard App hin und wieder den Spielspaß mindern, jedoch gibt es dank der Vielzahl an Spielen Möglichkeiten auszuweichen.

Für den Beitrag wurden die folgenden Apps getestet:
Coaster HD | Maze Walk | VR Cities | Aquarium VR | Roller Coaster | Paris VR | New York VR | Cardboard

Fazit

Um eine Ahnung davon zu bekommen, was man mit virtuellen Realitäten anstellen kann, sind die Magic Cardboard VR Brillen für den jeweils doch niedrigen Preis klar zu empfehlen. Natürlich ersetzen sie keine Playstation VR oder eine Oculus Rift, aber das wollen sie auch gar nicht. Man verschwindet nicht gänzlich in der virtuellen Welt, hat jedoch einen kurzweiligen Spaß mit vielen verschiedenen kostenlos verfügbaren Apps.

Die hochwertigere Variante X-22 lässt sich über einen längeren Zeitraum tragen, da der Tragekomfort gemütlicher ist und durch die gute Polsterung einen längeren Spielspaß gewährleistet, jedoch ist das Modell aus Karton leichter und erheblich günstiger für Einsteiger. Dieses besitzt im Gegensatz zu der anderen Brille auch ein Bedienelement, das es erheblich erleichtert, das Smartphone während der Nutzung zu bedienen, wenn man auf keine externen Steuerelemente zurückgreifen kann oder möchte.


Vielen Dank an Verbraucherwelt für das Bereitstellen der Brillen und die Zusammenarbeit!

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3 Kommentare

  1. Finde das ganze Thema sehr interessant, glaube aber das wir uns noch ganz am Anfang befinden. Bin gespannt was uns hier in den nächsten Jahren noch alles erwartet!

    Antworten
  2. Das ist echt spannend, was da mit der virtuellen Realität auf uns zu kommt. Momentan sind die VR-Brillen noch nicht ganz ausgereicht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die in ein paar Jahren Standard für Games werden.

    Antworten
  3. Super spannend und genial zugleich. Ich freue mich echt darauf, was da noch alles kommt in Zukunft. Ist ein spannender markt
    Viele Grüße
    Jonah

    Antworten

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