WM 2010 – „Es ist doch nur ein Spiel!“ – Wirklich?

by • 14. Juni 2010 • Bosnien, CityLife, Diary, GRML!, Heimatgefühle, Scheiß Krawall Penner, Serbien, Serbisch Orthodox, WM 2010Comments (11)11590

Der Sommer bräunt unsere Körper (bis auf die Stellen, an denen ein Trikot hängt) und auch die WM-Zeit hat endlich begonnen. Die Sonne scheint, wir braten unsere Würstchen auf dem Grill und möchten die Spiele genießen. Toleranz wird groß geschrieben und jeder hat Verständnis, wenn der andere traurig darüber ist, dass seine Mannschaft verloren hat…

Ja von wegen.

Wie allgemein bekannt ist, bin ich Serbin. Ich bin stolz, Serbin zu sein. Glücklich darüber, dass unsere Mannschaft es so weit gebracht hat, sich für die WM zu qualifizieren. So, wie JEDER Fan sich eben freut, wenn seine Mannschaft es schafft. Darüber sind wir uns doch einig, richtig?

Ich kann einiges verstehen. Auch, wenn einige Witzchen kommen oder Kritik an der Mannschaft, die verloren hat.

Man macht halt Witze, drückt Sprüche… Aber wie das im Leben so ist, gibt es immer wieder Menschen, die überfliegen. Sie vergessen, dass es ein Spiel ist. Für manche ist Fußball ihr Leben, so wie für mich Kunst oder andere Dinge eine große Rolle spielen. Was vollkommen in Ordnung ist. Aber diese Menschen, von denen ich berichten will, das sind keine Fans – das sind bemitleidenswerte Menschen, die sich nicht im klaren über die folgende Situation sind.

In unseren Vorstellungen sagen wir alle, dass die Weltmeisterschaft eine weltweite, offene und frohe Veranstaltung ist, die die Menschen zusammenführen soll. Man soll Kulturen kennen lernen, sich mit ihnen befassen können und sowohl Freude als auch Traurigkeit verarbeiten können. Die WM soll allen Spaß machen – ob mit oder ohne Vuvuzelas.

Doch was ich heute erlebt habe, das war eine einzige Farce.

Gut, Serbien hat verloren. Es war schade, verpasste Chancen zu sehen, natürlich war ich auch wütend darüber, dass es so gekommen ist. Aber die Wut legt sich nach dem Spiel, wenn man sich beruhigt und mit Freunden über das Spiel diskutiert, ein leckeres Bierchen trinkt und eine Wurst isst. Sie verwandelt sich in Hoffnung und in ein neckisches Lächeln, weil man doch noch auf bessere Situationen hofft.

Natürlich fiebere auch ich dem Spiel am Freitag entgegen – Deutschland gegen Serbien, das wird ein Ereignis!

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Viele fragen mich, warum ich nicht für Deutschland bin – schließlich bin ich „hier geboren, aufgewachsen, etc“. Ich sage: Nein, ich bin für Serbien. Warum? Jeder sollte selbst entscheiden können, zu welcher Kultur er passt. Ich will meine Wurzeln nicht verleugnen, ich bin orthodox, lebe diesen Glauben und verbinde die moderne Art zu leben mit, für andere vielleicht „veralteten“, Traditionen. Ich fühle mich gut damit – und bin mit der Situation zufrieden. Mein bunt gemischter Freundeskreis, der aus Deutschen, Spaniern, Italienern, Bosniern und so weiter besteht, kommt damit klar. Und findet das in Ordnung.

Wir respektieren einander, auch bei der Weltmeisterschaft in Süd Afrika.

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Doch heute hörte und sah ich Dinge, die unzumutbar waren. Es grenzte an eine riesige Beleidigung.

Es fing mit einem Anruf einer Person an, die anfing zu stänkern.
„Serbien hat genauso gespielt, wie das Land eben ist – scheiße!“

Ich stutzte. Aha? Soso, dann möchte ich doch gern wissen, was denn bitte so, entschuldigt den Ausdruck, „scheiße“ an meiner Heimat ist?

„Na die haben doch alle abgeschlachtet… Die verprügeln immer alle und sind immer bewaffnet unterwegs… Denen kann man nicht trauen, das sind alles Verbrecher und Mörder!“

Aha, sage ich. Moment, gut, dass Sie mich daran erinnert haben, da ich Serbin bin brauche ich ja keine Schere mehr zu benutzen, ich hab ja immer mein Schwert zum Schlachten dabei. Und wenn es nur Papier ist! Zack Zack!

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Muss so etwas sein? Warum muss man sich immer rechtfertigen? Haben wir, die Generationen, die Kriege nicht miterlebt haben, nicht genau die Schnute voll von diesen Dingen? Kriege gibt es, keine Frage. Mörder sollten bestraft werden, da gebe ich allen recht.

Doch warum sollten Generationen nach den Generationen, die wahrscheinlich mit all den Dingen nichts zu tun hatten, sich so was anhören müssen?

Ich will nicht über Kriege oder solche Aussagen reden, sondern über Toleranz.

Es gibt immer schwarze Schafe, das stimmt. Doch so viele auf einmal?

Auf dem Weg nach Hause musste ich etwas sehen, das ich lieber nicht gesehen hätte. Ich will ehrlich gesagt nicht akzeptieren, dass es so was gibt.

Ein kleiner Junge, der ein serbisches Trikot trägt, umringt von fünf Jugendlichen, die Deutschlandtrikots tragen. Sie packen ihn am Kragen und schreien ihn an. „Wir werden Weltmeister! Ihr seid Dreck, ihr Mörder! Ihr könnt nichts!“ Und der kleine Junge, der wahrscheinlich seine erste Weltmeisterschaft erlebt, ruft weinend: „Aber es ist doch nur Fußball! Die Spiele sind doch nur Spaß!“

So etwas macht mich wütend. Und nur, weil ich eine Frau bin, schaue ich nicht weg. Das würde ich auch nicht tun, wenn ein Junge in einem Deutschlandtrikot dort stehen würde und fünf Serben ihn umringen würden. So etwas ist NICHT in Ordnung! Egal, wen der Junge verkörpert. Sind wir denn Tiere?

Ein Mann und ich konnten die Jungs aufhalten und am Kragen packen. Wäre keiner dort gewesen, wäre der kleine Junge wahrscheinlich blau und grün vor lauter Prügeln.

Wir sprachen die Jugendlichen an, doch keine Einsicht. „Scheiß Serben!“ tönte es nur. „Wir machen Euch fertig!“ Der Mann neben mir sagte nur: „Nicht WIR machen die fertig – die deutsche Mannschaft SPIELT gegen diese Mannschaft. Und der bessere gewinnt eben!“

Dass ein Spieler der deutschen Nationalmannschaft bosnisch-serbischer Herkunft ist, nämlich Marko Marin, wussten sie nicht.

Woher dieser Hass? Woher diese Wut? Bedeutet ein „Spiel“ nicht folgendes?

Das Spiel ist eine Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung ausgeführt wird. Es ist eine Beschäftigung, die um der in ihr selbst liegenden Zerstreuung, Erheiterung oder Anregung willen und oft in Gemeinschaft mit anderen vorgenommen wird. […] Einem Spiel liegen oft ganz bestimmte Handlungsabläufe zugrunde, aus denen, besonders in Gemeinschaft, dann Regeln hervorgehen können. Die konkreten Handlungsabläufe können sich sowohl aus der Art des Spiels selbst, den Spielregeln oder aber aus der Tatsache, ergeben, dass unterschiedliche Individuen miteinander interagieren wollen.

via Wikipedia

Natürlich ist dies vielleicht eine naive Sicht der Dinge – aber sind wir, unterschiedlichen Alters, nicht dazu in der Lage, andere zu respektieren, zu tolerieren? Wird das ewig so weiter gehen? Und was können wir dagegen tun? Wollen wir wirklich so unser Leben verbringen?

Wieso gibt es Eltern, die ihren Kindern Dinge einreden, die sie in dem Alter nicht verstehen können?

Ich bin traurig und wütend über solch eine Art, die WM zu „feiern“. Tolerant sein – duldsam, nachsichtig, großzügig, weitherzig. Ich versuche es zu sein. Auch, wenn ich unserer Nationalmannschaft die Daumen drücke – möge der bessere gewinnen. Und das muss nicht zwangsläufig jemand sein, den wir in unseren Fan-Herzen tragen.

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11 Responses to WM 2010 – „Es ist doch nur ein Spiel!“ – Wirklich?

  1. abi sagt:

    huhu sam,

    zuerst mal eine reklamation: du hast auch, zumindest *einen* schweizer kollegen! mich

    ich hab deinen beitrag gelesen. finde ihn sehr, sehr gut. nur, das problem der „opfer“- und „täter“-rolle haben die deutschen ja auch… und das is ja schon etwas länger her als der jugoslawien-krieg.

    dass du für dich selber auslesen kannst, für wen du bist und für welche nation dein herz schlägt, ist ja eigentlich ganz gut. (da ich mich nicht für fussball interessiere, is mir eh egal, wer da gewinnt )

    der mit den „wurzeln“ ist allerdings heikel. wenn du hier geboren bist, sind deine „wurzeln“ ja anders, als wenn du in serbien geboren wärst. allerdings verstehe ich deinen gedankengang dahinter

    nur, wenn alle ihre „eigene“ kultur (aus-)leben, wo bleibt denn dann irgendwann mal der zusammenhalt einer gesellschaft? das ist so eine frage, die wahrscheinlich noch mehr leute irgendwann mal beschäftigen wird… leider…

    schlaf gut und sei nicht traurig, aber die schweizer werden weltmeister :p

    abi

  2. Alecsis sagt:

    @abi: Nur weil man hier mal „rausgefallen“ ist, heißt das nicht, dass man hier seine Wurzeln hat. Wo wurde man gezeugt? Wo kommen die Eltern her?

    Wurzeln schlägt man mit der Zeit vielleicht an diesem Ort, wie ein Baum, den man irgendwo ausgepflanzt hat und dort wieder einpflanzt. Mit dem neuen Standort hat er ersteinmal nichts gemein. Nur IMHO.

    @Sam: Wir kennen das von allen Nationen. Wie viele deutsche Freunde ich habe, so viele sind auch teilweise diesem täglichen Wahnsinn ausgesetzt, wenn sie sich mal für ihr Land freuen und wenn sie jubeln. Ihnen ist es, gesellschaftlich gesehen, teilweise „verboten“ sich zu freuen. Denn dann kommen wieder die tollen Geschichten aus dem Weltkrieg zum Vorschein… mit denen, wie du schon erwähntest, wir Generationen nichts mehr zu tun haben. Außer, dass wir es in Zukunft besser machen sollten.

    Und ich tippe auf Spanien! Viiiva Espannnaa……

  3. Sam sagt:

    @abi: Sorry, ich hätte die Länderfreundschaften ewig verlängern können, aber irgendwann war mal Schluss… Aber du weißt es ja auch so, oder?

    Ich finde das gar nicht heikel mit den Wurzeln. Wie du von meinen Erzählungen wissen solltest, war ich bis zur Grundschule viel im Ausland – so kann man nicht unbedingt behaupten, dass ich hier zu 100% aufgewachsen bin. Selbst wenn – es ist doch egal. Ich halte mit allen Menschen zusammen, die mir wohl gesonnen sind – sei es ein Deutscher, ein Italiener, ein Schweizer, ein Japaner… In dem Moment ist mir die Nationalität egal. Denn diese sagt nichts über den Charakter oder den Lebensstil aus. Ich versuche immer, meine Kultur mit einzubinden, ohne den anderen Schaden zuzufügen. Wenn dies nicht möglich ist, dann lasse ich es eben! So bleibt eben alles im Gleichgewicht. Nur weil ich vor Feiertagen faste, zwinge ich andere nichts, es auch zu tun. Oder was auch immer.

    @Alec: Nunja, das mit den Wurzeln schlagen ist kein schlechter Gedanke. Nur so „barsch“ hätte ich es nicht ausgedrückt…

  4. dac-xp sagt:

    Moin!

    Ich bin ein wenig schockiert über die Schilderungen in deinem Post. So krass hab ich das noch nie mitbekommen. Am schlimmsten finde ich, dass ausgerechnet diejenigen so dumme Dinge sagen, deren Großeltern und Urgroßeltern selber am schlimmsten Verbrechen an der Menschheit beteiligt waren.
    Klar… Ich will auch nicht, dass mir das jemand vorhält. Ist ja auch absoluter Schwachsinn. Aber leider gibt es halt solche Idioten, die ihre Frustration auf so einem Weg kanalysieren müssen. Und du hattest halt Pech gleich zweimal an einem Tag mit eben solchen konfrontiert zu werden.
    Es bleibt halt nichts übrig, als dagegenzuhalten oder zu ignorieren. Ich bin mir aber nicht sicher, was den Ärger nur weiter schürt.

  5. Brigitte sagt:

    Die Leute drehen doch durch! Uns hat man gestern Eier an die Wand geworfen, weil wir eine Italienische UND eine Deutsche Flagge hier hängen haben. Habe selten so ein Jahr erlebt, in dem solche Dinge passiert sind… Jetzt darf man seinem Kind nicht mal mehr ein Trikot anziehen… Das ist doch absurd!!!!!!!!!!!!

  6. Kai sagt:

    Fußball ist bei weitem nicht nur ein Spiel. Ähnlich wie andere große Sportveranstaltungen auch.

    Das Problem ist nicht eine Nationalität an sich, oder die Fußball-WM. Die WM trägt nur dazu bei, dass die Leute, die sich sonst einen Scheiß um Ihre Nationalität kümmern, sich für einen Moment patriotisch hervor tun.

    Die Diskussion könnte sicherlich umfangreich werden, aber es gibt einige Nationen in diesem Land, deren ansehen aufgrund ihres Verhalten durchaus vorbelastet ist. Welche Vorurteile man mit sich rum trägt, muss jeder für sich entscheiden.

    Ein weiteres Problem, und da schaue ich meinen Vorredner gern an lieber dac-xp – sind solche Aussagen „Am schlimmsten finde ich, dass ausgerechnet diejenigen so dumme Dinge sagen, deren Großeltern und Urgroßeltern selber am schlimmsten Verbrechen an der Menschheit beteiligt waren.“ – und? Ich kann nicht sagen, was mein Opa im Krieg gemacht hat. Ist mir auch ehrlich gesagt, mal sowas von scheißegal. Ich bin stolz ein Deutscher zu sein. Punkt. Darf ich das nicht? Wegen des 2. Weltkriegs? Der ist 60 Jahre her, lass die Kirche im Dorf, da war ich noch Pudding im Schaufenster, wenn überhaupt.

    Genau finde ich es falsch, ein Fass aufzumachen, weil es nun die eigene Nationalität betrifft. Klar kann ich die direkte Betroffenheit nachvollziehen.

    Es kommt nicht darauf an, wo man her kommt – es ist falsch und nicht akzeptabel. Und wenn da nun 5 Serben um einen Deutschen stehen oder umgekehrt. Das Problem liegt in den Elternhäusern, egal welcher Nationalität und die mangelnde Lehre mit dem Umgang untereinander. Und Kinder sind oftmals „gemeiner“ als ältere, dass ist im übrigen auch wohl „global“.

    Reibereien gehören seit 1000den von Jahren zur Menschheit. Unabhängig von der Nationalität. Einfach mal einen Blick auf die Religionen werfen. Wie sie entstanden sind oder was auf der Welt heute passiert, aus welchen Gründen auch immer.

    Ich bin als Jugendlicher auch grün und blau nach Hause gekommen, weil ich Deutscher bin und da gerade am Marktplatz stand. Er war Albaner.

    Jeden Tag steht eben ein Dummer auf. Das wird sich nicht ändern.

  7. dac-xp sagt:

    @Kai: Ich habe mich vielleicht nicht gut genug ausgedrückt. Ich stimme dir vollkommen zu. Aber trotzdem sollte man doch wohl mal drüber nachdenken, was man anderen vorhält, wovon man ja auch nicht will, dass es einem selber vorgehalten wird.
    Ich persönlich besitze sowas wie Nationalstolz nicht. Weder während der WM, noch sonstwann. Und das liegt nicht an der Geschichte, sondern, weil es nichts gibt, worauf man stolz sein könnte…

  8. Sam sagt:

    @Kai GENAU das meine ich ja. Kann ich nur so unterschreiben, und das meine ich ja auch mit meinem Post. Wir sind die Generationen „danach“, die gar nicht aktiv dabei waren. Woher sollen wir nachvollziehen können, wer warum wann was getan hat? Geht doch teilweise gar nicht. Tut ja auch nichts zur Sache – denn warum sollen wir uns verstecken und ducken?

    Ich finde einfach die Aktionen und Reaktionen schockierend.

    Ging mir mit den Krankenhausaufenthalten nicht anders. Auch ich wurde als Kind zusammengeschlagen und durfte einen Abschnitt im Krankenhaus verbringen.

    Warum schaffen wir es nicht, den Generationen nach uns Toleranz gegenüber anderen beizubringen und diese zu festigen? Natürlich gibt es immer Reibereien, wird auch immer so sein und gehört bis zu einem gewissen Maß dazu.

    Ich werde mich nun ausgiebiger mit dem Thema beschäftigen, das hat mir gestern den Rest gegeben. Und ich bin nicht gerade zart besaitet.

  9. Kai sagt:

    @dac-xp: Dann habe ich das falsch verstanden. Sorry

    Ich habe da eine andere Haltung. Ich muss aber zugeben, dass meine Jahre beim Bund geprägt haben und ich die Fahne an der Schulter gern getragen habe.

    Ich besitze durchaus Nationalstolz, weil ich hier vieles machen kann, was ich woanders nicht könnte. Vieles mag vielleicht selbstverständlich sein, aber man nimmt das „Eigene“ ohnehin immer anders wahr als „fremdes“.

    Das Vorhalten ist quark, unabhängig der Nationalität. Aber es gibt auch viele deutsche „Eigenschaften“, die ich nicht mag. Das liegt aber daran, dass ich es aus anderen Kulturkreisen anders gewohnt bin.

    @Sam:
    Toleranz entsteht erst, wenn man hinter die Kulissen schaut. Menschen sind arrogant, wenn sie ein dickes Auto fahren oder teuer Klamotten oder auf ihr Aussehen achten oder oder oder – meiner Meinung alles Qaurk. Wenn irgendwer morgens aufsteht, hat er genauso billiges Wasser in seinem Kaffee, wie alle anderen auch

    Ich denke, es wird noch einige Generationen dauern, bis es vielleicht soweit sein könnte. Du brauchst aber gar nicht soweit gehen, und irgendwelche Kriege hervorkramen. Schau dir einfach „uns“ Deutsche an in Bezug auf „alte“ und „neue“ Bundesländer, Ossis und Wessis, ost und west. Sind ja alle „kultiviert“

  10. Daniel sagt:

    Okay jetzt verstehe ich auch Deine Meinung bei Twitter und in dem Kontext kann ich sie gut verstehen. Ist wirklich schade das es viele gibt, die das Spiel zu ernst nehmen.

    Meiner Meinung nach darf jeder dem Land die Daumen drücken das ihm gefällt und wenn man sich mit anderen über Fußball unterhält sollte da immer ein zwinkerndes Auge dabei sein. So ein wenig Sticheleien sind ja in Ordnung.

  11. […] sind gerade 2010 Dinge passiert, die mich zum Nachdenken angeregt haben. Angefangen bei der WM 2010: Bei dem, was passiert ist, wurde mir erst Recht bewusst, was es heißt, als Ausländer in e… Nach diesem Sommer entfachte ja auch die Debatte um Integration (zu der ich mich nicht äußern […]

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